Tipps und Tricks zur Bedienung

Gewusst wie und warum

 

Hallo,   

hier geht es darum, etwas mehr über die Nähmaschinen zu erfahren.

Warum und wann Teile erneuert werden sollten, wo sich diese Teile befinden und wie man an sie heran kommmt.

Diese Seite soll helfen den einen oder anderen Fehler zu finden und zu beheben. Sie sollte als Ergänzung zur Gebrauchsanweisung gesehen werden.

 

Bitte denken Sie daran, das es immer mehrere Gründe haben kann warum eine Maschine nicht richtig näht. Manchmal ist es ein kaputtes oder verschlissenes Teil, manchmal nur die Einstellung oder eine lose Schraube. Deshalb soll und kann diese Seite keine Garantie dafür sein das ein ersetztes Teil die Funktion wieder herstellt. Sie haben Fragen zu ihrer Nähmaschine oder Anregungen zu dieser Seite, dann schreiben Sie diese bitte an KONTAKT.

Die Fotos zeigen meine Singer Nähmaschine Klasse 29. Es gibt Unterschiede zu anderen Klasse 29 Maschinen und zu Nähmaschinen der Firma Adler, Mundlos, etc.. Das Grundprinzip ist aber allen Nähmaschinen gleich.

 

Nadeln

Hier ein kleiner Hinweis bezüglich der Nadeln.
Neben der Bezeichnung für das System, die von Hersteller zu Hersteller variieren, gibt es auf der Verpackung auch Hinweise über die Machart und die Stärke der Nadel.
Leider kann man aus einigen Systemcodes ohne Tabelle nichts über die Machart erkennen z.B. DIx3, CANU35:15. Jede der Bezeichnungen bezieht sich auf die gleiche Nadel. Glücklicherweise schreiben die Hersteller meist mehrere Bezeichnungen auf die Verpackung.                            Ebenfalls ein Code für die oben genannte Nadel ist dieser „332R“. Hier kann man schon erkennen was man vor sich hat, eine Nadel mit „R“, einer Rundspitze. Also eine Nadel für Stoff, Plane, Biotane, Gummi etc..
Hier die gängigsten Typen:

Bezeichnung   Erklärung
R                   Rundspitze
LR                  Lederspitze Rechtsgeschliffen
LG                  LanG Rundspitze

LLLG               Lederspitze Linksgeschliffen LanG

Fehlt nur noch die Nadelstärke. Die wird auf den neueren Packungen in zehntel Millimeter angegeben.
Ein Beispiel:

332R 110

beschreibt das System 332, also eine Rundkolbennadel, 1,98mm Kolbendurchmesser, mit „R“, einer Rundspitze und einer Nadelstärke von 1,1mm.
Hier die Umrechnung alt >>>neu:        

alt           neu
12           80
13           85
14           90
16           100
18           110
19           120
20           125
21           130
22           140
22 ½       150
23           160
23 ½       170
24           180
24 ½       190
25           200

 

Das Einsetzen der Nadel

Ganz einfach, wenn man weiß wie.

             Nadeleinsetzten    

Die Nadel wird so eingesetzt, dass sie vollständig in die Aufnahme hinein geschoben wird, die lange Nut nach außen zeigt (roter Strich) und das Ör mit dem Freiarm fluchtet (blauer Pfeil). Ist das nicht der Fall, wird unter der Arbeit die Schlaufe nicht richtig gebildet und das Schiffchen nimmt den Oberfaden nicht mit. Ich glaube es versteht sich von selbst, dass vor dem Einsetzen, die Schraube gelöst wird und nach dem Einsetzen die Schraube wieder fest gedreht wird.

 

Die richtige Nadel, das richtige Garn

Eine Frage die häufig gestellt wird, ist die nach der richtigen Nadel. Im Grunde ist sie gar nicht so einfach zu beantworten. Der Nadelhersteller/Händler gibt uns Typ und Stärken durch die Verfügbarkeit vor.

Nun ist die Frage, was für Material möchte ich nähen und wie dick ist es. Grundsätzlich kann man sagen: je dicker das Material, desto dicker die Nadel. Genauso verhält es sich mit dem Garn: je dicker die Nadel, umso stärkeres Garn können wir verwenden.
Der Rest ist nun eine Frage der Ästhetik.

Ein Beispiel: Man möchte Blankleder nähen. Die Materialstärke beträgt zusammen 2mm. Nun kann man eine 160er Nadel mit Rundspitze gepaart mit einem 30ger Garn verwenden und damit regelrecht Löcher in das Leder „stanzen“. Das Ergebnis sind große Löcher und ein Garn das nicht vom Material umschlossen ist. Ein besseres Ergebnis erzielt man, wenn eine 110er Nadel verwendet wird.

Zur Frage Leder- oder Stoffspitze. Textilien, Planen und Folien sowie alle nicht so reißfesten Materialien würde ich mit einer Nadel mit Stoffspitze (332R) nähen. Dickes, stabiles, reißfestes Leder mit Lederspitze.

Das im Shop angebotene Garn können sie im Normalfall ohne Probleme mit den im Shop angebotenen Nadeln verwenden. Allerdings werden sie nicht herum kommen selbst die beste Nadel-, Garnkombination für ihr Projekt herauszufinden. 

Hier eine kleine Hilfe:

 Garnstärke  Nadelstärke Nm
 15  130-160
 20  120-140
 30  110-130
 40    90-120
 60    80-100



Die Spannungsfeder

Das folgende gilt für alle Nähmaschinen, deren Unterfadenspannung durch eine Spannungsfeder reguliert wird.
Sollten sie feststellen, dass die Spannung des Unterfadens nicht mehr gleichmäßig ist oder er sich nicht mehr einstellen läßt, kann es folgende Ursache haben.

Spannfeder_defekt
Der Faden hat eine Nut in die Spannungsfeder geschliffen. Je nach Tiefe der Nut, kann es passieren, das sich die Fadenspannung, gerade bei dünnerem Garn, nicht mehr regulieren läßt. Bei neuen Federn kann es eine Weile dauern, bis das der Fall ist. Bei älteren Maschinen bzw. Schiffchen, sollte man die Feder mal überprüfen.

 

Der Spulergummi

Er dient zur Übertragung von Drehbewegung und Kraft vom Handrad zum Spuler. Ohne ihn, kein Spulen.

Ein Spulergummi kann so aussehen, muss er aber nicht.

GerissenerSpulergummi

Der Faden läßt sich bei diesem Gummi noch aufspulen, aber der Rundlauf ist schlecht und ruckelig. Der Faden lässt sich schlechter aufspulen,die Fadenspannung ist möglicherweise ungleich. Ein Austausch ist zu empfehlen. Einfach den alten Spulergummi abziehen und den Neuen raufschieben.

 

Die Schiffchenkorbfeder

Klein, aber oho. Hält das Schiffchen in der richtigen Position. Egal bei welcher Drehzahl. Beim Kauf darauf achten das sie nicht abgebrochen ist.

Schiffchenkorbfederplatt

Hier sieht man, dass die Feder abgenutzt ist. Es hat sich eine platte/flache Stelle gebildet (siehe Pfeil). Solange die Schlaufe noch gegriffen wird und es keine Aussetzer gibt, ist das kein Problem.

 

SchiffchenkorbfedermitLoch

Hier ein Beispiel für eine Schiffchenkorbfeder, die ausgetauscht wurde. Das Schiffchen klapperte, es wurden unregelmäßig Stiche ausgelassen. Außerdem steigt durch die Ränder der Verschleiß am Schiffchen.

Zum Auswechseln den Schiffchenkorb in eine Stellung bringen, in der man an die Befestigungsschraube kommt. Diese heraus schrauben, Feder wechseln und Schraube wieder hinein drehen. Sollte der Platz zum Wechseln nicht ausreichen muß der Schiffchenkorb ausgebaut werden. Die Anleitung dafür, für Maschinen baugleich der auf dem Foto, finden Sie in der Bedienungsanleitung der Firma Singer. Alle anderen sichern Ihre Nähmaschinen gegen Bewegung und merken sich die Position des Schiffchenkorbs. Nun wird die Schraube in der Mitte des Korbes entfernt und der Korb herausgezogen. Feder wechseln, Korb wieder hineingesteckt und Schraube hinein drehen. Fertig.


Die Schmierung

Wer gut schmiert, der gut näht.
Die Nähmaschinen (Singer 29K, Adler KL. 30) haben ausschließlich Gleitführungen bzw. -lager. Das bedeutet, überall dort, wo sich etwas bewegt, reiben Metalloberfächen aufeinander. Die Folgen bei zu geringer Schmierung sind hoher Verschleiß bis hin zum Festsetzen der Maschine.
Um dass zu verhindern, muß die Maschine regelmäßig und ausreichend geölt werden. Hier gilt, lieber zuviel als zu wenig.
Die Maschine wird es Ihnen durch einen leichten Lauf und langer Lebensdauer danken.
Eine Übersicht der Schmierstellen finden Sie in den
Bedienungsanleitungen.
Am besten eignet sich ein nicht harzen Die Maschine ließ sich nicht mehr drehen.des Öl (siehe hier).

Hier sehen Sie eine Welle und ein Lager, welche wegen Ölmangel gefressen haben und fest gegangen sind.

Gefressende_Welle-1

Gefressendes_Lager-1

 

Die Ölwanne

 

Früher wurde mit Leinen- oder Baumwollgarn genäht.              

Dieses Garn hatte den Nachteil, dass es Wasser aufgenommen hat.            

Das Ölbad sollte den Faden also wasserabweisend machen.

Die heutigen Polyestergarne brauchen das nicht mehr. Allerdings bietet die Ölwanne immernoch eine gute Fadenführung.

Die Ölsorte bleibt Ihnen überlassen. Je nach Verwendungszweck und Geldbeutel geht alles von Sonnenblumenöl bis Weißöl und Balistol.

 

Reinigungsmittel

Viel hängt davon ab, wieviel Zeit man hat und in welchem Zustand sich die  Maschine befindet.
Weniger aggressive Mittel benötigen etwas länger, schonen dafür den Lack.
Anfangen kann man immer mit Spülmittel in Wasser gelöst. Den groben Schmutz bekommt man damit immer weg.
Es gibt in der Industrie ebenfalls Reiniger die mit Wasser verdünnt werden und ganz ordentliche Arbeit machen.
Sollte das nicht helfen kann man von Waschpetroleum oder Kaltreiniger über Bremsenreiniger und Aceton bis hin zur Verdünnung alles versuchen.

Man sollte an einer nicht sichtbaren Stelle schauen, was der Reiniger mit dem Lack anstellt. Wichtig ist bei allem, dass man die vom Hersteller vorgeschriebenen Warn- und Sicherheitshinweise beachtet und einhält.